Der Untergang der Dreimastbark 'Johanne'.

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Der Untergang der Dreimastbark 'Johanne'.

Beitragvon -sd- » 22.05.2009, 18:11

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Am 6. November 1854 kam es vor Spiekeroog zu einer der größten
Schiffskatastrophen in der Deutschen Bucht, als der Segler 'Johanne',
ein Auswandererschiff mit 228 Menschen an Bord, vor Helgoland in einen
Sturm kam und vor Spiekeroog strandete.

Der Segler war auf dem Weg von Bremerhaven nach Baltimore, um die
überwiegend hessischen Auswanderer in die Neue Welt zu bringen.

Er war in der Nacht vom 1. auf den 2. November nach Nordamerika
aufgebrochen und schon in der Deutschen Bucht in einen Orkan
geraten. Er kam vom Kurs ab und trieb westlich von Helgoland
auf die Inseln zu, in die Brandungszone, wo haushohe Brecher
über das Deck gegangen sein sollen. Und dann stieß er auf Grund.

Für die Inselbevölkerung war es nicht möglich, zu Hilfe zu kommen,
denn das Schiff lag so unglücklich in der Brandung, daß es für die
nur unzureichend ausgestatteten Insulaner unmöglich war, es zu
erreichen. Hilflos standen die Insulaner am Strand und blickten hinaus,
Seenotrettungsdienste gab es zu der Zeit noch nicht.

Nach dem Ablaufen des Wassers bei Ebbe am folgenden Tag
zeigte sich, daß 77 Menschen den Tod gefunden hatten, wovon
26 Leichen an den Strand der Insel gespült wurden. Da allein schon
hierfür der kleine Inselfriedhof nicht ausreichte, errichtete man
im Osten der Insel einen neuen Friedhof für Heimat- und Namenlose,
den Drinkeldodenkarkhof.

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Der Untergang der 'Johanne'.

Das Theater 'Das Letzte Kleinod' inszeniert eine Vorstellung über den
Untergang der Dreimastbark 'Johanne'. Die Vorstellung 'Der Untergang
der Johanne' wurde am 20. Mai 2009 am originalen Schauplatz, dem
Strand der Insel Spiekeroog, uraufgeführt. Anschließend wird das Stück
an den Stränden von Bremerhaven und Cuxhaven gespielt.

Das Stück entstand aus mündlichen Überlieferungen und historischem
Quellenmaterial
. Die Öffentlichkeit nahm seinerzeit großen Anteil am
Schicksal der Schiffbrüchigen. In Kirchenbüchern, Zeitungsartikeln und
Gerichtsprotokollen finden sich zahlreiche Berichte über das Unglück
.
Darüber hinaus sammelte das Theater mündliche Überlieferungen auf
Spiekeroog und in Hessen.

Mit sieben Schauspieler/innen wurde die Inszenierung unter der Regie
von Jens-Erwin Siemssen vier Wochen lang auf der Nordseeinsel
Spiekeroog geprobt. Vor Ort machte sich das Ensemble mit den Umständen
vertraut, die seinerzeit zum Untergang des Segelschiffes führten.

Die Landschaft hat einen besonderen Einfluß auf die Vorstellung:
Das Licht und das Wetter schaffen stetig wechselnde Bilder. Die
Brandung und der Wind bestimmen den Klang. Die Schauspieler
arbeiten ohne Verstärkung, aus der Entfernung werden die Worte
gerufen oder mit Trichtern übertragen. Die Texte und Dialoge werden
in den originalen Dialekten sowie auf Plattdeutsch gesprochen.

218 Holzbohlen, die zugleich für die Zahl der Passagiere stehen,
bilden das Bühnenbild.

Die Zuschauer sitzen auf einer Tribüne am Strand.
Bei kalten Wetterlagen sind Decken und Wärmflaschen erhältlich.
Die Vorstellung findet bei jedem Wetter statt.

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